Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 2: Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia

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Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia

99% der von uns befragten Wissenschaftler kennen Wikipedia – über so einen hohen Bekanntheitsgrad kann sich im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich nur noch der Papst freuen. Auch in der täglichen wissenschaftlichen Arbeit ist Wikipedia kaum mehr wegzudenken: 64% nutzen die Online Enzyklopädie häufig (mehr als einmal in der Woche), gerade einmal 5% nutzen sie nie.

Vermutlich gilt aber auch: kaum jemand wird vor seinem Professor zugeben, sich regelmäßig bei Wikipedia in Themengebiete einzulesen oder sie gar als Anlaufstelle für alle Gelegenheiten zu nutzen. Was aber der Fall ist: So erreicht die Aussage „Ich nutze Wikipedia zur schnellen Einführung in ein Themengebiet“ auf einer fünf-stufigen Likert-Skala (1 = trifft nicht zu, 5 = trifft voll zu) einen Mittelwert von 4,19. Der Aussage „Seiten wie Wikipedia sind eine echte Erleichterung für mich“ stimmen die Teilnehmer immerhin mit einem Wert von 3,49 zu.

Zugleich aber geben die Teilnehmer mit gleicher Vehemenz (Mittelwert 3,54) der – natürlich leicht ironisch gemeinten – Aussage Recht: „Aus Wikipedia zu zitieren ist eine Todsünde“. So kann man wohl von einem etwas zwiespältigen Erfolg von Wikipedia in der wissenschaftlichen Welt sprechen: jeder kennt sie, alle nutzen sie, aber darüber sprechen darf man höchstens beim Mittagessen mit Kollegen…

Jeder kennt Endnote

Von 2361 Teilnehmern, die unsere Fragebögen vollständig ausgefüllt hatten, kannten nur 12% diese Form des Reference Management nicht. Weitere 28% nutzen die Desktop Programme nicht, selbst wenn sie sie kennen. Ursache könnte beispielsweise die Furcht vor einem gewissen Einarbeitungsaufwand sein oder die Vermutung, daraus keinen erheblichen Nutzen zu ziehen. Dennoch sind sechs von zehn Doktoranden von den Vorzügen der desktopbasierten Literaturverwaltung überzeugt.

(Teil 1 gestern )
(Die vollständige Studie „Wissenschaftliches Arbeiten im Web 2.0“ finden Sie hier.)

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4 Antworten to “Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 2: Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia”

  1. Elke Says:

    Ein fröhliches „Guten Morgen“ in die Runde!

    Zum Thema Wissenschaft und Wikipedia könnte vielleicht noch ergänzt werden, daß die Uni Erlangen derzeit in Kooperation mit dem Germanischen Nationalmusem Nürnberg das Projekt „Wiss-ki“ ins Leben gerufen hat. Hier wird der Versuch unternommen, eine Wikipedia ähnliche Plattform zu erstellen, die aber die Wissenschaftlichkeit der Daten gewährleisten soll. Getestet wird das Verfahren an Forschungsprojekten, die mit dem Mueum zu tun haben, geplant ist aber, das Ganze so zu konzipieren, daß es auch auf weitere wissenschaftliche Online-Projekte übertragen werden kann. Ein paar weitere Informationen gibt es unter: http://wiss-ki.eu/

    Viele Grüße nach Lohr!

  2. Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 3: Wer braucht schon Netzwerke? « scholarz.blog Says:

    […] scholarz.blog spotlights on academic life « Web 2.0 in der Wissenschaft – Teil 2: Alltagshilfe und Todsünde Wikipedia […]

  3. René Says:

    Die Ergebnisse der Antworten widersprechen sich nicht zwangsläufig. Wenn man wissen möchte, wer die ominöse Band Tokyo Hotel ist, über die die Kinder am heimischen Frühstückstisch sprachen, findet bei Wikipedia durchaus eine „schnelle Einführung“ und womöglich ist sie wirklich eine „echte Erleichterung“, um demnächst selbst mehr als nur ein „aha“ in die Diskussion einbringen zu können. Dennoch muss man den Artikel nicht in der nächsten wissenschaftlichen Arbeit zitieren, die in ‚Science‘ veröffentlicht werden soll.

    Immer häufiger werden inzwischen auch statistische Daten eingebunden, für die dann auch eine reputable Quelle angegeben ist. Wikipedia ist in diesem Fall die Schnittstelle zwischen schneller Information und gut versteckter, jedoch zitierbarer Quelle. Warum sollte man also die Schnittstelle(n) dazwischen zitieren?

    Wie dem auch sei, viele Wissenschaftsartikel sind derzeit stark verbesserungswürdig und es wäre schön, wenn der ein oder andere Fachautor sein Wissen in prägnanten und verständlichen Worten einbringen würde. Es muss ja nicht auf ‚Science‘-Länge hinauslaufen.

  4. rower seat pad Says:

    Thanks for sharing your info. I really appreciate
    your efforts and I am waiting for your next post thanks
    once again.

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